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Arunachal Pradesh – Land der Berge in der Morgenröte

Pilot-Radtour in den unbekannten äußersten Nordosten Indiens

Die Chinesen beanspruchen es als Teil Tibets, die Inder verwalten es als ihren nordöstlichsten Unionsstaat Arunachal Pradesh. Verstanden werden weder die einen noch die anderen so recht in einem Gebiet kaum größer als Bayern, bewohnt von nur ca. 1,3 Millionen Menschen, die verteilt über ungezählte Täler 8 Hauptsprachen und angeblich über 200 Dialekte sprechen sollen. Wenn es wichtig wird spricht man Englisch, was das Reisen für den Fremden vereinfacht.

Wir durchfahren mit dem Rad das Stammesland der indigenen indo-burmesischen und Thai-Völker der Chakma, Singpho, Khamti, Miju Mishmi, Digaru Mishmi sowie der Idu Mishmi mit der für alle Fremden, so auch für Inder aus dem hinduistischen Kernland, verbindlichen Sondergenehmigung. Wir treffen all die freundlichen Einheimischen täglich unterwegs, speisen mit und nächtigen bei ihnen.
Von den Teeanbaugebieten und Ölförderstätten Assams über den tropischen Regenwald von Nadampha und Kamlang hin zum weiten Grasland und den Zuckerrohrfeldern des Acheso-Tales ist jeder Tag eine neue Offenbarung.

Im vergleichsweise sanft abfallenden Ost-Himalaya mit seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt ist dies, begleitet von einem engagierten Team lokaler Guides, eine Erfahrung, die selbst dem weitgereisten Radler Glücksmomente beschert, so er denn dafür offen ist und die zeitweiligen Abstriche beim Komfort als Gewinn zu verstehen weiß.

1.Tag (Mittwoch, 18.10.2017) Abreise Deutschland
Flug Deutschland – New Delhi – Dibrugarh (Assam)

2.Tag (Donnerstag, 19.10.2017) Dibrugarh – Tipam Fakhe
Ankunft in Dibrugarh am frühen Nachmittag.  Anschließend ca. 3-stündiger Transfer durch eine immergrüne Landschaft, Teegärten, Ölfelder und durch das Dihing Patkai Wildreservat ins gut 60 km entfernte Dorf Tipam Fakhe. Es liegt 2 km außerhalb des Städtchens Joypore und ist eines einer Handvoll von Dörfern, die vom Stamm der Tai Phakey bewohnt werden. Diese sind eine von vier Tai-Minderheiten, welche in Nordost-Indien und zudem über Südwest-China und weite Teile Südost-Asiens verteilt leben.
Übernachtung: Eco Lodge in landesüblichen komfortablen Bambushütten

3.Tag (Freitag, 20.10.2017) Tipam Fakhe – Inthong
Am Morgen übernehmen wir die Leihräder und begeben uns auf eine wunderschöne erste Etappe auf schmalen Straßen hin zum Gebiet der Minderheit der Singpho. Wir rollen schon einmal kurz durch Arunachal Pradesh, ehe wir dann durch Teeplantagen in Richtung des historischen Bergarbeiter-Städtchens Margherita abbiegen. Inthong liegt nur 7 km entfernt und ist eines von 8 Dörfern, in denen die Singpho leben. Sie sind einer von 4 Thai-Stämmen der Region, in China Jingpaw und in Myanmar Kachin genannt. Interessanter Weise waren sie die Ersten, die auf indischem Gebiet Tee angebaut haben und ihn bis heute genießen.
Übernachtung: Eco Lodge in landesüblichen komfortablen Bambushütten
Streckenlänge: ca. 60 km, Gesamtanstiege: ca. 180 m, leicht

4. Tag (Samstag, 21.10.2017) Inthong – Miao
Wir verlassen Inthong in östlicher Richtung nach Miao, welches malerisch am Ufer des Nao Dihing Flusses gelegen ist. Am Wege besuchen wir ein tibetisches Flüchtlings-Camp, wo man sich neben der Landwirtschaft auf das Herstellen von in der Region gefragten Teppichen spezialisiert hat.
Übernachtung: Eco Lodge in landesüblichen komfortablen Bambushütten
Streckenlänge: ca. 65 km, Gesamtansteige: ca. 370 m, leicht – mittel

5. Tag (Sonntag, 22.10.2017) Miao – Deban
Deban, flussaufwärts am Noa Dihing-Fluss und am Zugang zum Namdapha-Nationalpark gelegen, ist unser heutiges Tagesziel. Namdapha ist eines der größten geschützten Wildtier-Reservate der Region, welches von der burmesischen Grenze bis hier her reicht. Da wir nur ein kurzes Stück radeln, bleibt genügend Zeit, um am Nachmittag zu einer kleinen geführten Exkursion ins Reservat aufzubrechen.
Einfache Unterbringung in 4 abschließbaren Zimmern mit Matratzen und Schlafsäcken.
Streckenlänge: 35 km, Gesamtanstiege 420 m, einfach – mittel

6. Tag (Montag, 23.10.2017) Deban – Wakro
Den größten Teil des Tages fahren wir heute auf unbefestigten Waldwegen durch den Namdapha Nationalpark und das Wildreservat von Kamlang. Die oft schmalen Wege können uns einiges abverlangen, vor allem wenn kleinere Bach-Durchfahrten nach Regenfällen anschwellen. Die Abgeschiedenheit des Waldes, die nur von einigen kleinen Siedlungen der Miju Mishi und Chakma-Völker unterbrochen wird, bietet exzellente Möglichkeit zur Beobachtung der hier heimischen Vogelwelt. Unser heutiger Zielort Wakro bedeutet in der Sprache der Einheimischen „Wo der Bambus wächst“. Ganz in der Nähe dieses auch für seine blühenden Kirschgärten bekannten Ortes befindet sich der Pilgerort Parshuram Kund, den wir am kommenden Morgen passieren.
Unsere Eco Lodge in einfacher Holzbauweise bietet neben rustikalen Betten, auf die wir unsere Schlafsäcke ausbreiten, auch Warmwasser-Duschen.
Streckenlänge: 49 km, Gesamtanstiege: 550 m, mittel

7. Tag (Dienstag, 24.10.2017) Wakro – Tezu
Es erwartet uns ein wunderschöner Radfahrtag hinüber nach Tezu an das Nordufer des Lohit-Flusses, der ganztägig unser oft laut sich seinen Weg durch die Schluchten bahnender Begleiter bleibt. Wir werden auf den ersten 30 km auf welligem Terrain auch den 15 km langen und  knapp 700 Höhenmeter aufweisenden Anstieg zum Hawa Pass bewältigen. Anschließend erholen wir uns von dieser Leistung auf einer ebenso langen Abfahrt vorbei am bereits erwähnten Pilgerort Parshuram Kund. Dabei verlassen wir auch das Gebiet der Miju Mishmi-Minorität und sind heute zu Gast bei den Digaru Mishmi.
Übernachtung im Zelt-Camp
Streckenlänge: 65 km, Gesamtanstiege: 880 m, mittel

8. Tag (Mittwoch, 25.10.2017) Tezu – Roing
Unser heutiger Zielort, die Kleinstadt Roing, ist das Verwaltungszentrum des Distriktes des Unteren Libang-Tales und befindet sich am Fuße der äußersten östlichen Himalaya-Ausläufer. Roing ist umgeben von dichten Wäldern zur nahen chinesischen Grenze hin im Norden und Osten der Stadt. Der mächtige Brahmaputra und seine Nebenarme prägen das Bild im Westen. Es ist dies das Land der Idu Mishmi-Volksgruppe, die hier und auch jenseits der Grenze im Südwesten Chinas zu Hause ist. Die Idu sind Animisten, d.h. sie glauben an die Allbeseeltheit der Natur, sprechen (stark vereinfacht) allen Tieren, Pflanzen und vielen Felsen oder Steinen eine Seele zu. Ihre Sprache gehört zu den am meisten vom Aussterben bedrohten.
Übernachtung in einer einfachen Lodge mit 4 Räumen, Dusche und Toiletten
Streckenlänge: 67 km, Gesamtanstiege: 650 m, mittel

9. Tag (Donnerstag, 26.10.2017) Roing – 47 Kilo
Die vergleichsweise kurze Tagesdistanz werden wir uns mit einem gleichmäßigen Aufstieg über 1.600 Höhenmeter hinauf zu unserem Camp verdienen. Kaum haben wir Roing den Rücken zugekehrt geht es unaufhörlich nach oben hinauf in die Schluchten des östlichen Himalaya. Von jetzt an werden die sog. „Mithun Tore“ zu unseren Begleitern. Es sind dies von den Stammesangehörigen errichtete Tore, die ihre zahmen Wasserbüffel am Herumstreunen hindern sollen.
Übernachtung im Zelt-Camp; heiße Dusche aus Eimern möglich
Streckenlänge:  42 km, Gesamtanstiege: 1.600 m, schwer

10. Tag (Freitag, 27.10.2017) 47 Kilo – Ithun Fluss
Im Vergleich zum Vortag bleibt es heute (etwas) entspannter. Wir klettern zunächst weitere 17 km und ca. 750 Höhenmeter hinauf zum 2.655 m hohen Mayodia Pass. Er ist der höchste befahrbare Pass im östlichen Himalaya auf indischer Seite und kann je nach Jahreszeit immer mal wieder von Neuschnee bedeckt sein. Von hier an dürfen wir uns auf eine knapp 50 km lange Strecke fast ausschließlich bergab nach Hunli freuen.
Übernachtung im Zelt-Camp; heiße Dusche aus Eimern möglich
Streckenlänge: 62 km, Gesamtanstiege: 820 m, mittel

11. Tag (Samstag, 28.10.2017) Ithun Fluss – 173 Kilo
Zieht man die oft schlechten Straßenverhältnisse und die vielen kurzen, aber steilen Anstiege in Betracht, so wird dies ein durchaus anstrengender Tag. Aber auch ein sehr schöner, da wir  tief hinein fahren in das Dibang Tal. Auffällig ist, dass die Zahl der „Mithun Tore“ stark zunimmt. Kein Wunder. Nach dem Verständnis der Idu Mishmi-Volksgruppe lässt sich deren Wohlstand von der Anzahl und der Größe der ihnen gehörenden Tore ablesen.
Übernachtung im Zelt-Camp; heiße Dusche aus Eimern möglich
Streckenlänge: 47 km, Gesamtanstiege: 600 m, mittel

12. Tag (Sonntag, 29.10.2017) 173 Kilo – Amboli
Ein weiterer schöner, aber alles andere als einfacher Radfahrtag wartet auf uns. Den größten Teil des Tages folgen wir den Flussläufen des Dibang und später des Dri. Immer wieder erschweren kleine Bergabgänge und Kiesbetten unser Vorankommen. In der zweiten Tageshälfte warten lange und knackige Anstiege auf uns, zumal auch der Untergrund schwierig bleibt. In der Summe wird es wohl der anspruchsvollste Tagesabschnitt der gesamten Tour.
Übernachtung im Zelt-Camp; heiße Dusche aus Eimern möglich
Streckenlänge: 52 km, Gesamtanstiege: 860 m, mittel – schwer

13. Tag (Montag, 30.10.2017) Amboli – Acheso Tal
Unser letzter Tag im Sattel wird bis Anini bei km 18 von einer stetigen, aber nicht zu schwierigen Steigung dominiert, zumal heute auch der Untergrund deutlich besser sein sollte. Anschließend rollen wir mit kurzen Ausnahmen entspannt ins Tal.
Übernachtung im Zelt-Camp; heiße Dusche aus Eimern möglich
Streckenlänge: 41 km, Gesamtanstiege: 850 m, mittel

14. Tag (Dienstag, 31.10.2017) Acheso – Riyali (Transfer)
Den Transfer zurück nach Roing bewältigen wir auf schwierigem Untergrund auf einem ersten Teilstück über 140 km in 6 – 7 Stunden.
Übernachtung im Zelt-Camp; heiße Dusche aus Eimern möglich

15. Tag (Mittwoch, 01.11.2017) Riyali – Roing (Transfer)
Die heute zu bewältigenden 120 km zurück werden erneut ca. 6 Stunden in Anspruch nehmen.
Übernachtung in einer einfachen Lodge mit 4 Räumen, Dusche und Toiletten

16. Tag (Donnerstag, 02.11.2017) Roing – Dibrugarh (Transfer)
Auf dem letzten knapp 200 km langen Teilstück des Transfers auf nunmehr besseren Straßen kehren wir zurück in den Unionsstaat Assam. Wir verbringen eine letzte Nacht in einem noch koloniales Flair atmenden Manager Bungalow auf einer Teeplantage. Der Luxus jener vergangenen Tage entschädigt uns für die Entbehrungen der Tage auf dem Fahrrad in der ungebändigten Natur des östlichen Himalaya.

17. Tag (Freitag, 03.11.2017) Dibrugarh – New Delhi
Rückflug am frühen Nachmittag. Weiterflug nach Deutschland am Abend

18. Tag (Samstag, 04.11.2017) New Delhi – Deutschland
Rückkehr in Deutschland am Morgen (Ortszeit)
Oder Beginn des individuell zu buchenden Anschluss-Aufenthaltes.

 

Reisetermine, Buchungsnummern und Preise

18.10. – 04.11.2017 (ARP 1017) 2.245,- EUR (ohne Flüge)
28.03. – 14.04.2018 (ARP 0418) 2.245,- EUR (ohne Flüge)
26.09. – 13.10.2018 (ARP 1018) 2.245,- EUR (ohne Flüge)

Einzelzimmerzuschlag: 250,– EUR (ARP 1017), 150,– EUR (ARP 0418, ARP 1018)

Gesamttage: 18
Radfahrtage: 11
Gesamtlänge (km): ca. 600
Gesamtanstiege (m): ca. 7.700
Schwierigkeitsgrad: mittel – schwer
Teilnehmerzahl: min. 4 bis max. 10

Letzte Rücktrittsmöglichkeit des Reiseveranstalters bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl: 21 Tage vor Reisebeginn.

Enthaltene Leistungen:

  • 15 Übernachtungen lt. Ausschreibung im EZ o. DZ
  • alle innerindischen Transfers
  • Fahrradmiete
  • Begleitfahrzeug
  • INDIEN ERFAHREN – Reiseleitung deutschsprachig
  • Vollverpflegung inkl. landestypisches Frühstück, Wasser, Snacks während der Zelt-Übernachtungen im Camp
  • Reisepreissicherungsschein
  • Informationsmaterial

Nicht enthalten:

  • Flüge Deutschland – Indien (und zurück) sowie innerindische Flüge, die wir Ihnen auf Wunsch gern hinzubuchen   
  • Visum und Sondergenehmigung
  • Versicherungen

Wenn Sie es wünschen, sind wir Ihnen gerne bei der Verlängerung Ihrer Reise z. B. für einen Strandaufenthalt oder die Vermittlung weitere touristischer Programme behilflich.

Während der gesamten Reise steht ständig ein Begleitfahrzeug zur Verfügung, welches Ihr Gepäck transportiert und fortwährend Wasser und Snacks bereitstellt.

Falls einmal nötig können Sie auch ins Fahrzeug steigen und werden gemeinsam mit dem Fahrrad zum Tagesziel gebracht.

Arunachal Pradesh – Land der Berge in der Morgenröte

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